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Großes Katzenelend in Göttingen und Umgebung
In Plastiktüten entsorgt oder in Bananenkiste mit Wurstscheibe ausgesetzt...
Gerade jetzt in den Sommerferien haben viele Menschen kein Gewissen und kein Herz, die verschmusten Stubentiger stören in der Urlaubsplanung und werden somit einfach eiskalt entsorgt. Ob in eine Kiste mit einer Scheibe Mettwurst oder in eine Plastiktüte gesteckt werden die liebevollen Tiere irgendwo stehen gelassen.
„Maja“ wurde vergangenes Wochenende von einem Hof gerettet, verlaust, Katzenschnupfen und eine Augenentzündung war die Diagnose.
„Blacky“ wurde vermutlich angefahren und erlitt ein gebrochenes Brustbein. Beim Röntgen ist sie eingeschlafen…
Das Notfalltelefon der “SOS Strassenkatzen”, der Katzenhilfe Göttingen klingelt täglich und der 1. Vorsitzende des Vereins Fred Wöffler, der wie alle anderen Mitglieder des Vereins nach Feierabend aktiv wird, schildert das Übermaß an Ignoranz.
Wie z.B. “Maja” und andere ihrer Artgenossen. Letzte Woche von einem Göttinger Hof verlaust, die Ohren voller Milben und auf die Knochen ausgehungert gerettet und beim Tierarzt behandelt wurden. Für die Tierärzte ist es seit einigen Jahren leider traurige Routine. Dieses Schicksal teilt die Katze „Maja“ mit vielen ihrer Artgenossen, es ist ein Beispiel von vielen erklärte Wöffler, der wie seine Kollegen ehrenamtlich aktiv ist.
„Timmy“ wurde im Feld gefunden, doch leider konnte man sein linkes Auge nicht mehr retten.
Die meisten Menschen interessiert es nicht, schauen einfach nur weg, anstatt selber aktiv zu sein und etwas zu unternehmen. Maja befindet sich zur Zeit mit zwei anderen Katzen in einem Käfig vor der Tür und wird aufgepäppelt. Wenn es ihr danach besser gehen sollte, wird sie sterilisiert und gegebenenfalls wieder frei gelassen, es seih denn es findet sich jemand, der die kleine Katze in sein Herz geschlossen hat und sich um sie kümmern würde.
Zurückgelassene, ausgesetzte und unkastrierte Katzen wie auch Bauernhofkatzen werden langsam zu einer schwierigen Angelegenheit, denn die Göttinger Tierärzte fühlen sich überfordert angesichts der vielen Katzen. Bauernhofkatzen geht es nicht immer schlecht, auf manchen Höfen werden sie als Mäusefänger sehr geschätzt, gut versorgt und teilweise auch als Familienmitglied angesehen.
Doch leider gibt es auch andere Fälle, wo sich die Tiere selbst überlassen werden, mit den Folgen , dass sie kein Futter bekommen geschweige denn gesundheitliche Versorgung. Die meisten der Tiere sind dann auch noch unkastriert und werden durch die ständige Trächtigkeit und Jungtieraufzucht geschwächt. Die Kater unter ihnen verletzen sich bei häufigen Kämpfen, daraus folgt, dass sie sich Verletzungen zuziehen, Krankheiten wie „Katzenaids“ und eine Flut von unerwünschten Katzenbabys bekommen.
Leider gibt es auch viele Kätzchen die noch weniger Glück haben. Sie werden gegen die Wand geworfen, überfahren oder ertränkt. Mehr als 250.000 Katzen erleben diese Schicksale jährlich. Durch das Töten der Jungtiere, meint mancher Landwirt, weitere Jungtiere zu verhindern. Bei einem Besuch auf einem Bauernhof haben das die Göttinger Tierschützer selbst erlebt. Die Jungtiere werden vor den Augen der Mutter gegen die Wand geworfen, so dass die Katze mit ansehen muss, wie ihre Babys sterben! Die Landwirte meinen, dass sie so verhindern können, dass die Katze noch einmal mit ihren Jungen auf deren Hof kommen wird. So ein Ereignis klingt nach Mittelalter, doch leider ist so etwas erst vorherige Woche passiert, äußerte sich Fred Wöffler.
Um solche Maßnahmen zu stoppen, müssten die Katzen kastriert sein, doch dabei spielt der Kostenfaktor eine große Rolle. Bei der weiblichen Katze kostet der Eingriff rund 100 Euro und beim Kater 50 Euro. Wenn mehrere Katzen auf einem Hof zusammen leben, kommt schnell eine höhere Summe zusammen. Bei den meisten Fällen, müssen die Tierschützer die Kosten dann selber decken oder durch Spenden finanzieren. Denn auf den meisten Höfen, wenn man nachfragt, gehören diese Katzen offiziell nirgendwo hin.
Bei dem Versuch von Tierschützern, Landwirte die Vorteile von gut versorgten und kastrierten „Samtpfötchen“ zu erklären, geraten sie häufig auf Desinteresse. Aber nicht alle Versuche scheitern, in manchen Fällen entsteht auch eine echte Zusammenarbeit zwischen Bauern und Tierschützern. Die Landwirte stellen dann ihren Hof nämlich für gerettet aber meist menschenscheuen Katzen zur Verfügung. Ruth Stenzel und Fred Wöffler äußerten sich mit einer wichtigen Bitte, da sie den Anrufen nicht mehr nach kommen. Es werden händeringend aktive Mitglieder gesucht, werden Sie Teil einer großartigen Idee zur Hilfe der Katzen. Jedes neue Mitglied ist eine Bereicherung, ob aktiv, passiv oder reines Fördermitglied – als Einzelperson oder Firma. Neue Mitglieder bedeuten mehr Medienpräsenz und Öffentlichkeit und damit mehr Lobby für die Katzen, werden sie Mitglied oder helfen sie durch eine Spende. Ihre Beiträge können sie steuerlich geltend machen, da es ein gemeinnütziger Verein ist. Ein gutes Zitat von Antoine de Saint-Exupery, trifft auch auf diese Katzen zu: „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was Du Dir vertraut gemacht hast”
Helfen sie mit dem herzzerreißenden Miauen ein Ende zu setzen!
Sie erreichen die Katzenhilfe Göttingen unter der Telefonnummer: 05 51 – 770 33 82 oder im Internet unter www.sos-katzen.de
Bericht vom 09.08.2007 in goettingen.eins.de |
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