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[ 31.01.2010 ] - Kuscheltiere im Kochtopf
Das Verspeisen von Katzen und Hunden war in China bisher akzeptiert - nun gibt es erstmals einen Entwurf für ein Tierschutzgesetz

Hundefleisch mit Koriandersauce und "Katze im Feuertopf" stehen in China seit Urzeiten auf dem Speiseplan. Eine kleine Gruppe von Tierschützern hat sich nun vorgenommen, das zu ändern. Sie feilen an einem Gesetzesentwurf, der das Verspeisen von Hunden und Katzen verbieten soll, wie die Zeitung China Daily berichtet. Mit bis zu fünfzehn Tagen Haft sollen Chinesen bestraft werden, die Katze oder Hund essen - wenn es nach den Tierschützern geht.

Allerdings könnte es noch mehrere Jahre dauern, bis der Entwurf überhaupt im Nationalen Volkskongress beraten wird. Es gebe noch "viele Schwierigkeiten" zu überwinden, zitierte das Blatt den Juristen Chang Jiwen, der an dem Entwurf für Chinas erstes Tierschutzgesetz arbeitet.

Derzeit ist ein solches Verbot in China noch Zukunftsmusik, wie ein Besuch auf jedem besseren Fleischmarkt zeigt. Dort warten lebende Hunde und Katzen in engen Drahtkäfigen auf ihre Käufer. An gebogenen Fleischerhaken über den Ständen hängen zu Werbezwecken Tierkadaver, denen bereits das Fell abgezogen ist. Zwischen 24 und 40 Yuan (2,40 bis vier Euro) pro Kilo kostet ein gut abgehangenes Stück Hund. Als besonders delikat gelten mehrere Stunden lang geschmorte Vorderpfoten vom Hund. Katze wird gerne gemeinsam mit einigen Stücken Schlange in den Wok geworfen.

Doch vor allem in Chinas reicheren Städten wächst seit einigen Jahren eine neue Mittelschicht heran, die Hunde und Katzen eher als Haustiere schätzt. Zunehmend lautstark fordert diese kleine, aber einflussreiche Gruppe, mit dem Essen von Kuscheltieren müsse bald Schluss sein. Immer häufiger kommt es zu Tierschützer-Demos auf Fleischmärkten oder vor Hundefleisch-Restaurants.

Andererseits gibt es noch mindestens genauso viele Chinesen, die sich einen guten Hund nicht vom Teller nehmen lassen wollen. Im Internet regt sich Widerstand gegen das geplante Gesetz. "Schweine, Schafe, Hühner und Enten sind auch Tiere. Warum verbieten sie deren Verzehr nicht gleich auch noch?", fragt etwa ein gewisser Wu Senlin. Aus seinen Einlassungen ist klar zu entnehmen, dass er alles andere als ein Vegetarier ist. "Wir in Guizhou lieben Hundefleisch. Sollen wir nun alle zu Verbrechern gestempelt werden?", fragt ein anderer Hot-Dog-Fan.

Was die Tierschützer wiederum besonders empört, ist die Grausamkeit des weitgehend unregulierten Marktes. Nicht nur sind Katzen- und Hundefänger auf Chinas Straßen unterwegs und zwängen ihre Beute in winzige Käfige, die dann tagelang auf offenen Lastwagen oder mit der Bahn unterwegs sind. Auch die Zubereitungsmethoden in den Restaurants sind eher nichts für Zartbesaitete.

Für das Gericht "Gekochte, lebende Katze" (shuizhu huomao) etwa werden die Tiere mit einem Holzknüppel vorsichtig auf den Kopf geschlagen, bis sie betäubt, aber nicht tot sind. Dann wird Wasser in einem etwa 60 Zentimeter hohen Topf zum Kochen gebracht. Der Topf ist so hoch, damit die Tiere nicht mehr herausspringen können, wie die Xinkuai-Zeitung schildert. Es zeugt vom allmählichen Wandel der Einstellung gegenüber Tieren in China, dass nun vereinzelt solche grausamen Berichte in den Medien zu finden sind.

Sollte es in einigen Jahren tatsächlich ein Tierschutzgesetz geben, das den Verzehr von Hunde- oder Katzenfleisch verbietet, so heißt das noch lange nicht, dass die Tiere sofort sicher wären. Der Verzehr vieler vom Aussterben gefährdeter Tierarten wie Bären, Schuppentiere oder Meeresschildkröten etwa ist seit langem verboten. Die Gesetze werden jedoch nicht effektiv durchgesetzt.
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